Bonn - mehr als nur eine ehemalige Bundeshauptstadt (Update: 30.11.2016)


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Als ich ankündigte, im September 2014 für einige Tage nach Bonn fahren zu wollen, stellte mir eine Freundin aus Dortmund erstaunt die Frage: „Was willst du denn so lange in Bonn?“ Nun, die Stadt am Rhein war für mich zum einen eine Art Basis, um besagte Freundin zu besuchen (für meinen geplanten Reisezeitraum war in ganz Dortmund wegen eines Länderspiels der deutschen Fußball-Nationalmannschaft kein Zimmer mehr zu bekommen), zum anderen war ein weiteres angepeiltes Besuchsziel, die alte Kaiserstadt Aachen, gerade einmal eine gute Autobahnstunde von Bonn entfernt. Und nicht zuletzt hat die ehemalige Bundeshauptstadt (die sich , in Anlehnung an vergangene Zeiten, immer noch „Bundesstadt“ nennt) mehr zu bieten, als sie auf den ersten Blick vermuten lässt. Als Freund der klassischen Musik und der neun Symphonien eines der größten Söhne der Stadt war mir nicht entgangen, dass am ersten Septemberwochenende (wie jedes Jahr) das Beethovenfest eröffnet wurde, eine Reihe von Konzerten auf sehr hohem internationalen Niveau, die sich einen ganzen Monat lang Beethovens Werken widmeten (und am Rande auch Werken von anderen Komponisten, die sich irgendwie mit dem gewählten Motto und der Musik von Ludwig van Beethoven in Einklang bringen ließen). Die Halle versprüht noch den Charme der frühen 1980er Jahre, und wahrscheinlich nicht nur deswegen wurde und wird an eine neue Halle gedacht, die in manchen Vorschlägen auch exklusiv für das Beethovenfest gebaut werden soll. Allerdings ist alles barrierefrei, und auch die den Rollstuhlfahrern an der Seite zugewiesenen Plätze erlauben eine sehr gute Sicht auf die Bühne.

Wie bewegt man sich in Bonn am sinnvollsten durch die Stadt? Diese Frage ist schwer zu beantworten. Mein Hotel beispielsweise befand sich in der Nordstadt, am Beginn des alten Villenviertels. Da die Straßen an dieser Stelle recht steil sind, wäre es nahezu selbstmörderisch, in dieser Gegend im Rollstuhl Richtung Innenstadt zu fahren. Selbigen sollte man in diesem Fall besser in einem Bus platzieren. Die Sache hat allerdings einen sehr großen Haken: Die wenigsten Haltestellen in Bonn, selbst einige in der Innenstadt, sind barrierefrei. Sehr häufig muss man sich mit einem so hohen Absatz herumschlagen das man definitiv Hilfe von anderen Personen anfordern muss. Andere Stellen wiederum lassen sich am sinnvollsten mit der U-Bahn erreichen. Aber auch hier gilt: Nicht jeder Zustieg ist barrierefrei, und selbst dann ist nicht garantiert, dass der Fahrstuhl auch funktioniert etwas verwirrend ist außerdem, dass beispielsweise am Hauptbahnhof auch die unterschiedlichen Linien der U-Bahn von verschiedenen Gleisen abfahren. Diese sind jedoch im normalen Plan der öffentlichen Verkehrsmittel nicht verzeichnet. In diesem Fall hilft nur die App der Bonner Verkehrsbetriebe, in denen man beispielsweise seinen Start- und Zielpunkt angibt. Dumm nur, wenn der Defekt eines Aufzuges nur am Aufzug selbst gemeldet wird. Glücklicherweise war ich zu diesem Zeitpunkt mit einer anderen Rollstuhlfahrerin unterwegs, die vor dem gleichen Problem stand. Uns half nichts weiter, als auf abenteuerliche Weise zu versuchen auf die andere Seite zu wechseln, ohne Gleise zu überqueren, und danach eine Station zurückzufahren. Auf einen gedruckten Netzplan verzichten die Bonner Verkehrsbetriebe zumindest für Touristen völlig. Sie verweisen dabei auf das Internet und geben auf Nachfrage an, das ist zwar vereinzelt gedruckte Pläne gäbe, diese aber prinzipiell nicht verschickt würden.

Bleibt noch das Taxi, eine vergleichsweise teure, aber sehr unkomplizierte Angelegenheit, und noch dazu sehr komfortabel. Wählt man nämlich die Nummer der Taxizentrale, so wird man nicht an ein bestimmtes Unternehmen vermittelt, sondern an das Taxi, dessen Fahrer laut GPS-Position dem Standort des Kunden am nächsten ist, und in den meisten Fällen passt mittlerweile selbst in ein Auto mit dem Stern auf der Kühlerhaube ein Faltrollstuhl hinein.

Die nun folgende Liste der besuchten Sehenswürdigkeiten in Bonn ist natürlich rein subjektiv und kann noch durch eigene Ideen ergänzt werden.